„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“

Das Ausbrechen von Feuer ist von den Menschen immer als Bedrohung und große Katastrophe empfunden worden.
So haben auch die Einwohner von Nenterode in früheren Jahrhunderten versucht dieser Gefahr vorzubeugen.
Das war allerdings ohne Wasserleitung mit Hydranten und ohne eine Feuerwehrpumpe  sehr schwer.
Schon Landgraf Philipp erließ 1558 eine erste Feuerwehrordnung, die alle Einwohner verpflichtete,
bei einem Brand löschen zu helfen. Eine landgräfliche Verordnung von 1739 enthält eine spezielle Feuerordnung.
So musste z.B.: genügend Löschwasser vorhanden sein.
In Nenterode kam dafür nur das Wasser aus den Brunnen und den Bächen in Frage.
Die Feuergeräte wie Spritzen, Haken, Lederne Eimer und Leitern waren sorgfältig aufzubewahren.
Jeder neu hinzuziehende Bürger musste der Gemeinde einen solchen Ledernen Eimer zur Verfügung stellen.
Dies war vermutlich auch nach 1800 noch üblich.
In der Folgezeit waren aber auch schon mechanische Pumpen vorhanden.
Diese wurden noch von Hand betätigt. Aufgrund einer Polizeiverordnung
von 1877 wurde das Löschwesen neu geordnet. Sie sah Pflichtfeuerwehren in jeder Ortschaft vor,
die von einem Ortsbrandmeister geleitet wurde.
Der Bürgermeister hatte dafür zu sorgen,
dass die Einwohner sorgfältig mit Feuer und Licht umgingen.
Bei Dunkelheit sollte Licht nur mit „wohlverwahrten Laternen“ bei Stroh,
Heu und anderen leichtentzündlichen Stoffen gemacht werden.
Auf die Gefahr beim Tabak-Rauchen wird aufmerksam gemacht.
In den Häusern sollen durchgehende Schornsteine angelegt
und regelmäßig gereinigt werden. Heu, Stroh und Futter sollte nicht
in ihrer Nähe aufbewahrt werden. Alle Feuerstätten und Backöfen sind regelmäßig zu untersuchen.
Die Ofenlöcher sind mit eisernen Türen zu versehen. Glühende Asche auf dem Herd muss
„mit einer eisernen Stülpe“ bedeckt werden. Der Speck sollte so weit wie möglich vom Feuer aufgehängt werden.
Bei Errichtung neuer Gebäude sind Strohdächer verboten. Bei einem Feuer ist sofort Sturm zu schlagen,
damit alle Einwohner zum Löschen kommen. Sie sind so aufzustellen,
dass die leeren und vollen Eimer ohne Hindernis weitergereicht werden können.

Die Freiwillige Feuerwehr Nenterode

Aus einem Steuerbuch mit Spezialbeschreibung von Nenterode von 1858 heißt es:
Die Feuerwehrspritze ist gemeinsam mit Rengshausen und Lichtenhagen;
Haken und Gabeln sind in guten Zustand und in hinreichender Zahl vorhanden.
32 Feuerwehreimer werden bei den einzelnen Hausbesitzern aufbewahrt.
Die Einteilung der Feuerwehrmanschaften konnte nicht nachgewiesen werden,
jedoch sind 2 Boten bestellt.“

Die Freiwillige Feuerwehr Nenterode besteht als Verein seit ca.1933.
Das bedeutet, das wir im Jubiläumsjahr 2003 auf 70 Jahre Vereinsgeschichte
zurückblicken können. Leider sind die Anfangsjahre durch die Nebelschwaden der
Geschichte nur schemenhaft zu erkennen. Schon zum 50jährigen
Vereinsjubiläum versuchte der damalige Wehrführer Walter Peter Licht ins Dunkel zu bringen,
aber dies gelang ihm auch trotz intensiver Bemühungen leider nicht.
Einem alten Mitgliedsbuch von 1934 ist zu entnehmen, dass die Feuerwehr zu dieser Zeit
schon als Verein bestand. Über Mitgliederzahlen kann man keine Aussage treffen.
Die Ausrüstung bestand aus einem Hydrantenwagen (noch im Besitz der Feuerwehr)
und Leitern (eine Hakenleiter wurde bei der Sanierung der Kirche im Jahr 2001
auf dem Dachboden gefunden) und war in einem Holzschuppen an der Rückseite
der Kirche untergebracht. Die ersten Wehrführer waren Heinrich Schmidt und
Johannes Discher, ihnen folgte während des Krieges und danach Heinrich Graß
und von 1947 - 1964 Karl Hartung. Während der Zeit des 3. Reiches wurde die
Feuerwehr zur Pflichtfeuerwehr.
Anfang der 50er Jahre wurde im Zuge einer Kirchenrenovierung
der Schuppen für das Feuerwehrgerät abgerissen und ein neuer am Bunsberg errichtet.
Im Jahre 1952 regte Kreisbrandinspektor Fleischhut aus
Rotenburg / Fulda (Nenterode gehörte bis 1972 zum Kreisfeuerwehrverband Rotenburg)
an, die Pflichtfeuerwehr wieder in eine Freiwillige Feuerwehr umzuwandeln.
Eine Unterschriftenliste mit der die Pflichtfeuerwehrmänner ihre Bereitschaft
dokumentierten in der Freiwilligen Feuerwehr weiter ihren Dienst für die Allgemeinheit zu leisten,
existiert noch. Aufgrund der schlechten Löschwasserversorgung in
Nenterode bekam die Wehr 1963 einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA),
der mit einem Traktor oder durch die Wehrmänner von Hand an die Einsatzstelle
gezogen wurde. Damit wurde es möglich den schlechten Wasserdruck der
Wasserleitung mit der Tragkraftspritze (TS 8/8) zu verstärken oder Wasser aus
einem Bachstau zu nutzen und so eine effektivere Brandbekämpfung zu ermöglichen.
Diese TS leistet auch 39 Jahre nach ihrer Indienststellung in Nenterode treu und
nur mit geringen Reparaturen ihren Dienst.
1964 wurde Walter Peter als Wehrführer gewählt
und übte diese Funktion ohne Unterbrechung für 25 Jahre aus.
Die Stellvertreter von Brandmeister W. Peter waren Erich Schröder,
Helmut  Hofmeier und von 1978 bis 1989 Alfred Eckhardt.
Nach „seinem“ ersten Winter beantragte W. Peter ein neues bzw. anderes Gerätehaus,
da es bei glatter Straße unmöglich gewesen wäre den TSA
vom Bunsberg herunterzufahren und die Feuerwehrgeräte in diesem Schuppen
auch nur unzureichend untergestellt waren. Zuerst wurde die Nutzung der
alten Schule ins Auge gefasst. Dieser Plan wurde aber wieder verworfen
und die Planung für das Gemeinschaftshaus begannen.
Der erste Spatenstich erfolgte am 07.12.1966 und schon am 21.04.1967
konnte das Richtfest gefeiert werden. Die Feuerwehr bezog am
31.05.1968 ihr 22 qm großes Gerätehaus. Die Kosten von 130.000 DM
wurden vom Land (80.000 DM), vom Kreis Rotenburg,
von der Feuerschutzsteuer sowie von Eigenmitteln und Eigenleistung
der selbstständigen Gemeinde Nenterode getragen.
Ende der 60er Jahre gab Nenterode, mit 205 Einwohnern
ca. 500 DM pro Jahr für das Feuerlöschwesen aus.
Insbesondere im Bereich der Persönlichen Schutzausrüstung
(Helme, Hakengurte usw.) bestand Nachholbedarf.
Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das Bezirksfeuerwehrfest in 1971.
Hier kam unter anderem bei einer Einsatzübung der Katastrophenzug
des DRK Rotenburg zum Einsatz. 1972 endete die Mitgliedschaft im KFV Rotenburg.
Seit dem gehören wir dem Kreisfeuerwehrverband Fritzlar / Homberg an.
1973/74 gehörte die Gemeinde Nenterode zum Nachbarort Rengshausen.
In dieser Zeit war Walter Peter gleichzeitig stellvertretender Ortsbrandmeister
der Gemeinde Rengshausen. Von dort bekamen wir das gut gebrauchte
Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) Ford Transit was die Feuerwehr
beweglicher machte und so unter anderem die Teilnahme an
Wettkämpfen auch in der weiteren Umgebung erleichterte.
Das Feuerwehrgerät wurde vom TSA übernommen.
Seit 1974 gehört Nenterode zur Großgemeinde Knüllwald,
die seit dem für die Feuerwehrausrüstung verantwortlich ist.
Die Nenteröder Wehr bildet mit den beiden Ortsteilwehren
Rengshausen/Hausen und Nausis den Brandschutzabschnitt III.
1975 gelang der FF Nenterode die Verwirklichung eines
weiteren Großprojektes, dem Bau der Grillhütte am alten Sportplatz.
Die Mitglieder erbrachten rund 800 Arbeitsstunden, die Materialkosten
wurden von der Gemeinde getragen. Unterstützung erhielt die Wehr hierbei besonders
von Amtsrat Walter Krause, dem Nenteröder Revierförster, der von den Planungsarbeiten
an bis zur Fertigstellung mit Rat und Tat bei dem Bau der Hütte half. Seit ihrer Fertigstellung
wird die Hütte jedes Jahr für die beliebten Vereinsfeste genutzt. Im Lauf der Jahre
wurde sie in unzähligen Arbeitsstunden instandgehalten bzw. umgebaut. So wurde
zum Beispiel 1999/2000 das Dach grundlegend erneuert. Der komplette Bereich
des alten Sportplatzes wird seit 1975 durch die Mitglieder gepflegt.
1983 beging die Wehr ihr 50jähriges Bestehen im Zusammenhang mit dem 7.
Gemeindefeuerwehrtag vom 27. bis 30. Mai. Die Gemeinde Knüllwald wendete
in diesem Jahr für die 15 Wehren 9000 DM für Neu- und Ersatzbeschaffungen auf.
1989 stellte sich Walter Peter nicht mehr zur Neuwahl. In den 25 Jahren seiner
Amtszeit setzte er sich außer für die erwähnten Dinge für die Verbesserung der Allgemeinen
Ausstattung, für die Aus- und Fortbildung der Wehrmänner und für die dörfliche Gemeinschaft
sowie für die überfällige Erneuerung der Wasserleitung ein. Seit der JHV am 04.03.1995
ist er Ehrenmitglied und steht auch heute noch den jüngeren Kameraden mit Rat,
Tat und seinem umfangreichen Fachwissen zur Seite. Als Nachfolger wurde
Volker Krüger und als Stellvertreter Jörg Sinning gewählt. Wegen fehlender
Lehrgänge mussten sie 1990 ihre Ämter wieder zur Verfügung stellen.
Von da an war Manfred Engel an der Spitze der Feuerwehr.
Sein Stellvertreter bis 1995 war Frank Gruner und bis 2000 Holger Bohne.
Manfred Engel gelang es in seiner 10 jährigen Amtszeit in 1994 das Gerätehaus
durch die Mitnutzung des ehemaligen Heizöllagerraumes als Gemeinschaftsraum
und Umkleideraum zu erweitern. Dies verbesserte wesentlich die Unterbringung
des Feuerwehrgerätes, insbesondere der Persönlichen Schutzausrüstung, da das
Gerätehaus in den 60er Jahren nur für einen Tragkraftspritzenanhänger ausgelegt wurde.
1992 konnte M. Engel die ersten beiden Frauen in die Freiwillige Feuerwehr aufnehmen.
Ohne sie wäre es in der Folgezeit nicht möglich gewesen an Wettkämpfen teilzunehmen.
Es waren dies Anja Gruner, geb. Opfer und Sandra Eckhardt, die auch heute noch in
der Einsatzabteilung und im Vorstand tatkräftig mitarbeitet.
Seit 1992 veranstaltet die Feuerwehr alle zwei Jahre das über die Ortsgrenzen hinaus
beliebte Holzbockfest, das in 1986 von einer privaten Initiative ins Leben gerufen wurde.
Die Wehr erhielt Ende 1994 ein Fahrzeugfunkgerät. Dadurch wurde es möglich während
eines Einsatzes vom Telefon unabhängig Lagemeldungen an die Leitstelle abzugeben
oder zusätzliche Einsatzkräfte oder Einsatzmittel z.B.: einen Rettungswagen oder weitere
Atemschutzgeräte anzufordern.
In 1997 wurde das zu dieser Zeit Dienstälteste Feuerwehrauto in Knüllwald, das TSF
von Nenterode, durch ein neues TSF auf Fiat Ducato ersetzt. Wieder wurde das
Feuerwehrgerät und die Tragkraftspritze vom alten Fahrzeug übernommen.
Des weiteren erhielt die Wehr eine Schaumausstattung und 2 Atemschutzgeräte,
so das Nenterode endlich einen Angriffstrupp bei einem Zimmer- oder Gebäudebrand stellen kann.
Vorher war das durch die bei einem Brand endstehenden Atemgifte nicht möglich und
hätte von der Freiwilligen Feuerwehr Rengshausen übernommen werden müssen.
Zur Vervollständigung der Ausrüstung bekamen wir 1998 2 Handsprechfunkgeräte.
Dies erleichtert die Führung der Wehr bei einem Einsatz oder einer Übung wesentlich.
 
 
 

Die Freiwillige Feuerwehr Nenterode besteht zum Stichtag 01.07.2002
aus 56 Mitgliedern und 1 Ehrenmitglied, davon sind 3 Frauen.
Diese Mitglieder verteilen sich auf die verschiedenen Abteilungen wie folgt:


 



 

 Alters- und Ehrenabteilung 12 Männer
 Einsatzabteilung   1 Frau und 17 Männer 
 Vereinsmitglieder   2 Frauen und 25 Männer

 
 

Holger Bohne, ehemaliger Wehrführer